Ein Quad fahren ist schon an sich etwas ganz Besonderes. Nicht nur, dass das Fahrzeug durch seine Symbiose von Auto und Motorrad optisch und technisch einzigartig ist; es vermittelt auch ein einzigartiges Fahrgefühl, ein Fahrgefühl, das man in der Form nur auf einem Quad und nirgendwo sonst erleben kann. Dabei wird oftmals vergessen, dass man auf manchen Quads auch mit einem Sozius unterwegs sein kann und sein darf. Hierfür ist keine wie auch immer geartete Führerscheinerweiterung bzw. Zusatzqualifikation vonnöten. Jeder, der einen PKW-Führerschein oder einen Führerschein der Klasse AM besitzt, darf einen Sozius auf seinem Quad – vorausgesetzt, es ist für zwei Personen zugelassen – mitnehmen. Und auch der Sozius selbst unterliegt keiner Führerscheinpflicht. Auf einem Quad mit Sozius fahren, eröffnet für Fahrer und Beifahrer einen ganz neuen Horizont. So muss sich der Fahrer auf ein leicht verändertes Fahrverhalten des Quads einstellen und manche Manöver anders gestalten, als er es vielleicht sonst tun würde. Ferner übernimmt er eine große Verantwortung für seinen Beifahrer. Doch auch für den Beifahrer als Sozius stellt das Quadfahren eine besondere Situation dar. Vor allem Beifahrer, die sonst auch selbst Quad fahren, erleben so eine ganz neue Perspektive. Sie können gleichsam handlungsentlastet die Fahrt genießen, auf die Details der vorbeirauschen Landschaft achten, sich umschauen und Dinge sehen, die sie ansonsten – da sie ja auf die Straße zu achten haben – nicht sehen würden. Dies bietet vor allem bei Quad-Touren in fremden Ländern bzw. Regionen einen großen Vorteil. So können sich Fahrer und Sozius regelmäßig abwechseln, sodass jeder sowohl den eigentlichen Fahrspaß, als auch die neue Landschaft in vollen Zügen erleben kann.

Als Quad Beifahrer den Ausblick genießen

Quad Fahrer und Beifahrer beim Sonnenuntergang

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Man kennt das auch vom Motorradfahren: Man sitzt hintendrauf und spürt den Fahrtwind, genießt das, bestenfalls sonnige, Wetter, die Landschaft und überhaupt das Gefühl auf einem Motorrad zu sitzen und selbst nicht fahren zu müssen auch wenn man sich etwa in den Kurven durchaus aktiv einbringen muss. Wer gar das Vergnügen hat, auf einer Chopper als Beifahrer mitzufahren, kann sich sogar ganz entspannt zurücklehnen – ein wahrer, ja fast schon beneidenswerter Luxus. So ungefähr verhält es sich auch auf einem Quad mit bzw. als Sozius. Und im Gegensatz zum Motorrad muss man sich als Beifahrer auf einem Quad nicht einmal richtig mit in die Kurven lehnen. Nicht umsonst sind Quadtouren deshalb eine sehr beliebte Tätigkeit im Urlaub. Paare – oder Eltern und Kinder – können so zusammen die Fahrt genießen und die unbekannte Gegend auskundschaften. Da solcherlei Touren zumeist von einem erfahrenen Guide angeführt werden, muss man sich auch nicht eigens orientieren, sondern lediglich folgen und, so weit möglich, entspannen. Auf einem Quad als Sozius fahren, ist auch für diejenigen sehr gut geeignet, die sich das Führen des Fahrzeugs selbst noch nicht zutrauen. So können sie sich zunächst als Beifahrer an das neuartige Fahrgefühl gewöhnen und dennoch – etwa im Offroad-Bereich – Action und Abenteuer erleben. Und wer weiß, vielleicht ist der eine oder die andere nach einem solchen Erlebnis derart vom Quadfahren angetan, dass er oder sie es das nächste Mal auch selbst, nämlich als Fahrer, versuchen möchte.

Quad mit Sozius: Was muss man beachten?

Nun ist ein Quad mit Sozius rein von den Fahranforderungen her natürlich nicht so anspruchsvoll wie ein Motorrad. Ein vierrädriges Fahrzeug verhält sich logischerweise eben viel stabiler als ein zweirädriges. Dies heißt allerdings nicht, dass es nichts weiter zu beachten gäbe. So stellen sich zum Beispiel viele die Frage, ob

Quad Fahrer und Beifahrer

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und ab wann man ein Kind als Sozius auf dem Quad mitnehmen darf. Gesetzlich ist dieser Sachverhalt etwa nur in Österreich und in der Schweiz geregelt – in Deutschland gibt es dagegen nur eine Regelung für Motorräder. So darf ein Kind in Österreich erst ab einem Alter von 12 Jahren auf einem Quad als Sozius mitfahren. In der Schweiz wird ein TÜV-geprüfter Kindersitz, der zudem in den Papieren eingetragen ist, vorausgesetzt. Wer in Deutschland sich dazu entscheidet, ein Kind auf dem Quad als Beifahrer mitzunehmen, sollte auf jeden Fall darauf achten, dass ein Kindersitz montiert ist, sofern das Kind noch zu klein ist, um auf dem normalen Sitz mitzufahren. Des Weiteren setzen etwa manche Quad-Tour-Veranstalter eine Mindestgröße – in der Regel zwischen 1,30 m und 1,50 m – voraus. Ferner sollte immer eine geeignete Schutzkleidung getragen werden, ebenso wie ein Helm, denn nach § 21 der StVO gilt in Deutschland die Helmpflicht für Quad-Fahrer und Beifahrer. In Zweifelsfällen können Sie sich aber immer bei den zuständigen Behörden, z.B. einer Fahrschule, direkt erkundigen. Für alle Erwachsenen gilt, wie zu Beginn bereits erwähnt, dass sie, falls sie am Steuer des Quads sitzen möchten, einen Führerschein der Klasse B besitzen müssen. Mit der Klasse AM dürfen Quads auch schon mit einem Alter von 16 Jahren gefahren werden; hier allerdings nur bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und einer Hubraumgröße von 50ccm. In jedem Fall ist eine gute Schutzkleidung beim Quad-Fahren das A und O. Wer darüber hinaus etwa bei einer Quad-Tour das erste Mal auf einem Quad mit Sozius fährt, kann sich eine kurze Einweisung durch den zuständigen Tourguide geben lassen – bei den meisten Quad-Touren ist dies sogar der Regelfall.